ART Düsseldorf– verhaltene Stärke am Standort-04//26
Die Art Düsseldorf ist eine noch relativ junge Messe, initiiert von Walter Gehlen, und inzwischen ein wichtiger Versuch, Düsseldorf wieder stärker als Kunst-, Mode- und Messestandort zu positionieren. Gerade durch ihre Nähe zu den Benelux-Ländern zieht sie ein internationales, aber dennoch überschaubares Publikum an.
Auffällig war: Es herrschte keine Campagner-Stimmung. Keine Überinszenierung, kein lautes Spektakel. Stattdessen setzte die Messe spürbar auf bewährte Künstlerinnen, Künstler und Positionen. Das wirkte solide, teilweise konservativ, aber auch sehr bewusst.
Bei der Preview waren vor allem viele Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstler vor Ort – von Andreas Gursky bis Beatrice Richter, Jenny Ayala und anderen bekannten Gesichtern der Szene. Gerade dadurch wurde deutlich, dass die Messe nicht nur Verkaufsplattform, sondern auch ein lokaler Resonanzraum ist.
Gleichzeitig bleibt der Blick nach Berlin unvermeidlich. Dort geben sich Galerien wie die von André Schlechtriem die Ehre; auch Max Mayer, Sohn von Hans Mayer, hat Düsseldorf längst verlassen und seine Galerie aus dem Schmela Haus nach Berlin verlegt. Das zeigt, wie stark die Kräfteverhältnisse innerhalb der deutschen Kunstlandschaft verschoben sind.
Umso interessanter ist die Art Düsseldorf als Behauptung eines Standorts, der seine Deutungshoheit nicht einfach aufgeben will. Düsseldorf besitzt Geschichte, Sammler, Künstler, Akademie, Mode und ein spezifisches kulturelles Kapital. Doch man spürt auch die Anspannung des Marktes: Die Stimmung war verhalten, nicht euphorisch, eher prüfend als offensiv.
Gleichzeitig lag eine gewisse Anspannung in der Luft. Der Kunstmarkt wirkt vorsichtiger, zurückhaltender, kalkulierender. Die Stimmung war verhalten, nicht euphorisch. Aber vielleicht zeigt sich gerade darin die aktuelle Realität des Marktes: weniger große Geste, mehr Prüfung, mehr Absicherung.
Die Art Düsseldorf bleibt damit relevant – nicht, weil sie laut ist, sondern weil sie versucht, innerhalb eines angespannten Marktes eine eigene Deutungshoheit für den Kunststandort Düsseldorf zu behaupten.