Para-Moderne. Lebensreformen ab 1900-04//25
Die Ausstellung „Para-Moderne. Lebensreformen ab 1900“ in der Bundeskunsthalle Bonn nahm das emanzipatorische Potenzial der Lebensreformbewegungen um 1900 in den Blick: Natursehnsucht, Körperkultur, alternative Lebensformen, Spiritualität, Reformkleidung, Vegetarismus, freie Bewegung und neue Formen von Gemeinschaft. Es ging um den Wunsch, dem industrialisierten, bürgerlichen Leben etwas anderes entgegenzusetzen — ein anderes Verhältnis zu Körper, Natur, Geist und Gesellschaft. (Bundeskunsthalle)
Besonders interessant war der spirituelle Teil der Ausstellung: Theosophie, Anthroposophie, Tarot, esoterische Bildwelten und die Vorstellung, dass Kunst nicht nur äußere Wirklichkeit abbildet, sondern innere, geistige oder kosmische Zustände sichtbar machen kann. In diesem Sinn zeigte die Ausstellung auch die spirituelle Seite der Moderne — nicht als Randphänomen, sondern als Impulsgeber für neue Formen von Kunst, Abstraktion, Tanz und Lebensgestaltung.
Ausgestellt waren unter anderem Arbeiten und Materialien von Gustav Klimt, Karl Wilhelm Diefenbach, Fidus / Hugo Höppener, Gusto Gräser, Rudolf von Laban, Mary Wigman, Loïe Fuller, Wassily Kandinsky, František Kupka, Rudolf Steiner, Annie Besant, Charles Webster Leadbeater, Joseph Beuys, Hermann Hesse, Goshka Macuga, Andy Warhol, Robert Indiana, Robert Crumb und Raymond Pettibon. Die Ausstellung spannte damit einen Bogen von Jugendstil, Lebensreform, Theosophie und Ausdruckstanz bis hin zu Gegenkultur und Pop. (Bundeskunsthalle)